Stammtisch gründen: Wie fängt man an?
Kurz gesagt
Du brauchst drei bis fünf Leute, einen festen Ort und einen festen Rhythmus. Perfektion ist nicht nötig - Regelmäßigkeit schon.
Am Anfang steht die Kerngruppe
Vergiss die Vorstellung, dass du gleich zwanzig Leute zusammentrommeln musst. Ein guter Stammtisch beginnt mit drei bis fünf Leuten, die Lust haben und sich verbindlich treffen. Frag in deinem Bekanntenkreis, bei Kollegen oder Nachbarn. Es reicht ein gemeinsamer Nenner: Interesse an guten Gesprächen, an einem bestimmten Thema oder einfach am regelmäßigen Zusammensitzen.
Wichtig: Such dir Leute, die den Termin ernst nehmen. Ein Stammtisch lebt davon, dass man sich aufeinander verlassen kann. Wenn jedes Mal drei absagen und zwei neue mitkommen, entsteht keine Gruppe, sondern ein loses Durcheinander.

Der richtige Ort und der richtige Rhythmus
Such dir eine Kneipe, ein Lokal oder einen Vereinsraum, der zum Reden einlädt. Laut, voll und mit Fernseher an der Wand ist eher ungünstig. Ein Nebenzimmer oder eine ruhige Ecke reicht völlig.
Beim Rhythmus gilt: alle zwei Wochen ist ideal. Jede Woche kann auf Dauer anstrengend werden, einmal im Monat ist zu selten - da vergisst man den Termin. Am besten legst du einen festen Wochentag fest: jeden zweiten Donnerstag, jeden ersten Dienstag im Monat. Was fest im Kalender steht, wird auch eingehalten.
Über das Thema musst du dir nicht den Kopf zerbrechen. Manche Stammtische haben ein Motto - Bücher, Bier, Brettspiele, Politik -, aber die meisten leben einfach vom Gespräch. Lass es sich entwickeln.
Typische Stolperfallen - und wie du sie vermeidest
Der häufigste Fehler: zu früh aufgeben. Die ersten drei, vier Treffen sind noch wackelig. Nicht jeder kommt, die Gespräche sind noch etwas steif. Das ist normal. Bleib dran. Ab dem fünften oder sechsten Mal entsteht so etwas wie Gewohnheit - und dann wird es gut.
Zweiter Fehler: zu viele Regeln. Ein Stammtisch ist kein Verein. Du brauchst keinen Vorstand, keine Satzung, keine Tagesordnung. Komm, sitz, red, trink - das reicht. Wenn du allerdings merkst, dass einer ständig alle Gespräche an sich reißt, darfst du das ruhig ansprechen. Auch das gehört dazu.
Dritter Fehler: den Stammtisch zur geschlossenen Gesellschaft machen. Lade gelegentlich jemand Neues ein. Frisches Blut hält die Gespräche lebendig.
Selbst erleben: Gastabend in deiner Nähe finden
Häufige Fragen
Wie viele Leute braucht ein Stammtisch?
Vier bis sechs sind ideal. Bei drei wird es dünn, wenn einer absagt. Ab acht wird es schwer, ein gemeinsames Gespräch zu führen. Wenn die Runde wächst, teilt sie sich automatisch in Grüppchen - das kann gewollt sein, muss aber nicht.
Muss ein Stammtisch in einer Kneipe stattfinden?
Nein. Stammtische funktionieren auch zu Hause, in einer Gartenlaube, einem Vereinsheim oder sogar im Park. Der Ort sollte bequem sein und zum Reden einladen. Eine Kneipe hat den Vorteil, dass niemand aufräumen muss.
Was mache ich, wenn keiner kommt?
Nicht sofort aufgeben. Erinnere die Leute ein paar Tage vorher. Wenn nach drei oder vier Anläufen immer dieselben fehlen, ersetze sie durch neue Gesichter. Ein Stammtisch braucht Verbindlichkeit.
Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am
