Welche bekannten Persönlichkeiten waren Schlaraffen?

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Kurz gesagt

Zu den berühmten Schlaraffen zählen laut Wikipedia die Komponisten Franz Lehár und Hans Pfitzner, der Wiener Operndirektor Gustav Mahler, die Schriftsteller Peter Rosegger und Ludwig Ganghofer, die Schauspieler Paul und Attila Hörbiger sowie Walter Oehmichen, der Gründer der Augsburger Puppenkiste. Goethe, Schiller und Heinz Erhardt waren dagegen keine Mitglieder, sondern wurden postum zu Ehrenschlaraffen ernannt.

Welche berühmten Schlaraffen gibt es?

Die Schlaraffia wurde 1859 in Prag gegründet, und zu den Gründern gehörte der Theaterdirektor Franz Thomé. Laut Wikipedia „waren und sind“ Künstler, Schauspieler, Schriftsteller und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Schlaraffen. Eine Auswahl aus der dortigen Liste:

  • Komponisten: Franz Lehár, Hans Pfitzner, Oscar Straus, Nico Dostal, Alfred Grünfeld
  • Direktoren der Wiener Staatsoper: Gustav Mahler und Wilhelm Jahn
  • Opernsänger: Walter Berry, Fritz Windgassen, Louis Treumann
  • Musiker: Joseph Keilberth, Horst Winter, Erwin Bootz
  • Schauspieler: Paul und Attila Hörbiger, Alexander Girardi, Gustl Bayrhammer
  • Schriftsteller: Peter Rosegger, Ludwig Ganghofer, Rudolf Lothar
  • Kabarettisten und Texter: Fritz Grünbaum, Peter Wehle

Dazu kommen Maler, Bildhauer, Architekten, Ärzte und ein Theologe. Die vielleicht schönste Kombination: Walter Oehmichen, Gründer der Augsburger Puppenkiste, und sein Schwiegersohn Hanns-Joachim Marschall stehen beide auf der Liste. Und der ZDF-Meteorologe Uwe Wesp ebenso, der Wetterbericht hatte also auch einen Schlaraffen.

Waren Goethe und Heinz Erhardt Schlaraffen?

Nein, und das ist ein häufiges Missverständnis. Goethe starb 1832, also lange bevor die Schlaraffia überhaupt existierte. Laut Wikipedia werden im Rahmen des schlaraffischen Spiels zahlreiche verstorbene Persönlichkeiten postum zu Ehrenschlaraffen ernannt und immer wieder rezitiert. Jeder bekommt dabei einen schlaraffischen Namen, und die Namen sind kleine Pointen für sich:

  • Heinz Erhardt: Ehrenschlaraffe Alberich von Schalk
  • Johann Wolfgang von Goethe: Ehrenschlaraffe Faust
  • Friedrich von Schiller: Ehrenschlaraffe Funke
  • Karl May: Ehrenschlaraffe Kara Ben Nemsi
  • Hermann Löns: Ehrenschlaraffe Mümmelmann
  • Robert Stolz: Ehrenschlaraffe Servus Du
  • Peter Paul Rubens: Ehrenschlaraffe Malerfürst

Wer also im Netz liest, Heinz Erhardt sei Schlaraffe gewesen, sollte genau hinschauen. Geehrt ja, Mitglied nein. Der Unterschied ist wichtig, weil er zeigt, worum es geht: Die Schlaraffen holen sich ihre Vorbilder an den Tisch, indem sie deren Texte vortragen.

Bei solchen Listen lohnt sich ohnehin ein kritischer Blick. Im Netz kursieren viele Namen, die irgendwann einmal mit der Schlaraffia in Verbindung gebracht wurden, oft ohne Quelle und manchmal schlicht verwechselt. Wenn du es genau wissen willst, halte dich an belegte Angaben, und unterscheide sauber zwischen Mitgliedern und Ehrenschlaraffen. Auf dieser Seite stehen deshalb nur Namen, die im Wikipedia-Artikel zur Schlaraffia genannt werden.

Warum waren so viele Musiker und Theaterleute dabei?

Das liegt an der Gründungsgeschichte. Der Opernsänger Albert Eilers war in Prag von der Künstlergesellschaft „Arcadia“ abgewiesen worden, und Theaterdirektor Franz Thomé und andere gründeten daraufhin ihren eigenen Kreis. Laut Wikipedia waren fast alle Gründungsmitglieder Bühnenprofis. Eine Runde, deren Motto „In arte voluptas“ lautet, also „In der Kunst liegt die Freude“, zog natürlich Menschen an, die von der Kunst lebten.

In der Sippung, dem regelmäßigen Treffen, spielt Prominenz allerdings keine Rolle. Berufe und Titel bleiben draußen, jeder hat einen schlaraffischen Namen, und der Operndirektor war dort einfach ein Ritter unter Rittern. Für manchen Star mag gerade das der Reiz gewesen sein: ein Abend, an dem niemand ein Autogramm will.

Prag ist bis heute ein besonderer Ort für die Schlaraffen. Laut Wikipedia entstand dort das erste Reych, weshalb es „Allmutter Praga“ genannt wird. Wer sich für die Anfänge interessiert, findet dort die Spuren einer Runde, die aus einer Kränkung einen Bund gemacht hat, der heute weltweit existiert.

Muss ich berühmt sein, um dabei zu sein?

Zum Glück nicht. Mitglied werden können Männer ab 18, die Deutsch sprechen und Freude an Kunst und Humor haben. Künstler muss niemand sein, Zuhören ist erlaubt. Heute gibt es etwa 250 Reyche und Colonien, so heißen die Ortsvereine, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut Wikipedia waren 2022 rund 8.800 Schlaraffen registriert.

Wenn du neugierig bist, wie ein Abend aussieht, an dem einmal Lehár oder Rosegger saßen, komm als Pilger, also als Gast, zu einer Sippung in deiner Nähe. Die Sippungen finden von Oktober bis April meist einmal pro Woche statt, an manchen Orten alle 14 Tage. Berühmt wird dort niemand, aber erstaunlich viele werden mutiger, als sie dachten.

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Häufige Fragen

Was ist ein Ehrenjunker?

Laut Wikipedia können lebende Persönlichkeiten in der Schlaraffia zum Ehrenjunker ernannt werden. Die Ehrung zum Ehrenschlaraffen ist dagegen Verstorbenen vorbehalten.

Gibt es heute noch prominente Schlaraffen?

Laut Wikipedia „waren und sind“ Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Schlaraffen. In der Sippung zählt allerdings der schlaraffische Name und nicht die Prominenz.

Wo finde ich eine Liste berühmter Schlaraffen?

Im Wikipedia-Artikel zur Schlaraffia im Abschnitt „Persönlichkeiten in Schlaraffia“. Die Liste ist eine Auswahl und nicht vollständig.

Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am

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