Wo finde ich Gleichgesinnte für gemeinsame Unternehmungen?
Kurz gesagt
Gleichgesinnte finden Männer am leichtesten dort, wo ein gemeinsames Interesse regelmäßig Leute zusammenbringt: in Vereinen, festen Runden, Kursen mit Fortsetzung oder lokalen Gruppen über Plattformen wie nebenan.de oder Meetup. Entscheidend ist weniger die Plattform als die Wiederholung. Ob jemand wirklich gleichgesinnt ist, merkst du meist erst beim dritten Treffen.
Was heißt eigentlich gleichgesinnt?
Gleichgesinnt heißt nicht, dass jemand dieselbe Partei wählt und denselben Wagen fährt wie du. Es reicht eine gemeinsame Sache. Zwei Männer, die sich für alte Motorräder begeistern, können politisch Welten trennen und trotzdem einen wunderbaren Samstagnachmittag in der Garage verbringen, mit ölverschmierten Händen und einer Thermoskanne Kaffee auf der Werkbank. Die Sache ist der Türöffner.
Deshalb lohnt es sich, zuerst die Sache zu klären. Schreib dir zwei oder drei Dinge auf, die du gern öfter tun würdest, wenn nur jemand mitkäme, vom Wandern über Skat bis zum Konzertbesuch, und sei dabei ruhig ehrlich, auch wenn es die Modelleisenbahn ist. Dann erst suchst du die Leute.

Wo finde ich Leute für gemeinsame Unternehmungen?
Die Orte sind weniger geheim, als man denkt:
- Vereine aller Art, vom Wanderverein bis zur Theatergruppe, mit festen Terminen.
- Volkshochschulkurse, die über ein Semester laufen und oft eine Fortsetzung haben.
- Nachbarschaftsplattformen wie nebenan.de, auf denen Leute aus dem Viertel Mitstreiter für Fahrradtouren oder Spieleabende suchen.
- Gruppen auf Meetup, vor allem in größeren Städten, etwa zum Laufen oder Fotografieren.
- Das Ehrenamt, bei dem man nebenbei mit anderen etwas anpackt.
Erstaunlich oft bleibt am Ende gerade der hängen, der ohne große Erwartungen kam. Man hört Sätze wie „Ich bin eigentlich nur mitgekommen, weil mein Schwager keine Zeit hatte“, und ein Jahr später sitzt der Mann jeden Dienstag in der Runde, während der Schwager längst andere Pläne hat. Erwartungen sind beim Kennenlernen oft hinderlich.
Online-Gruppen helfen beim Start. Ein Ziel sind sie nicht. Eine Gruppe mit Tausenden Mitgliedern für Wanderer in deiner Region liefert dir Termine, keine Freunde. Die entstehen erst, wenn du an einem Sonntagmorgen wirklich am Parkplatz stehst, die Schuhe schnürst und merkst, dass der Mann neben dir denselben Schokoriegel im Rucksack hat wie du.
Wie finde ich Gleichgesinnte, wenn ich wenig Zeit habe?
Wenig Zeit ist ein Argument für eine feste Runde, nicht gegen sie. Wer jede Unternehmung neu organisiert, verbringt mehr Zeit mit Abstimmungen im Gruppenchat als mit der Unternehmung selbst. Ein fester Termin, etwa jeder zweite Donnerstag, spart dieses Hin und Her. Das schont Nerven. Er steht im Kalender, die Familie weiß Bescheid, und nach ein paar Wochen fragt niemand mehr, warum du donnerstags nicht da bist, weil es einfach dazugehört wie der Wocheneinkauf.
Wenn es in deiner Nähe nichts Passendes gibt, gründe selbst etwas. Ein Aushang beim Bäcker oder ein Beitrag auf nebenan.de mit dem Satz „Suche nette Leute für gemeinsame Unternehmungen, erstes Treffen Freitag um 19 Uhr im Ratskeller“ reicht oft schon. Klein anfangen genügt.
Woran erkenne ich, ob eine Runde zu mir passt?
Nach dem ersten Abend weißt du wenig. Nach dem dritten weißt du viel. Achte darauf, ob du dich auf den nächsten Termin freust und ob du mit dem Gefühl nach Hause gehst, gelacht zu haben. Wenn eine Runde nach vier Besuchen immer noch anstrengend ist, darfst du weiterziehen, ohne schlechtes Gewissen und ohne Abschiedsrede, denn eine Runde, die nicht passt, wird auch durch Pflichtbewusstsein nicht gemütlicher.
Ein guter Hinweis ist die Art, wie mit Neuen umgegangen wird. Wenn dich jemand anspricht und dir die ungeschriebenen Regeln erklärt, ist die Runde offen. Sitzen dagegen seit zwanzig Jahren dieselben fünf Männer am selben Tischende und reden über Leute, die du nicht kennst, brauchst du entweder viel Geduld oder eine andere Runde. Beides ist legitim.
Gleichgesinnte für Kunst und Humor
Wer Freude an Wortwitz, Gedichten, Musik oder einer gut erzählten Geschichte hat, findet Gleichgesinnte auch in der Schlaraffia. Der Männerbund wurde 1859 in Prag gegründet und hat heute etwa 250 Reyche und Colonien, so heißen die Ortsvereine, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Politik, Religion und Geschäfte bleiben draußen.
Als Pilger, also als Gast, kannst du eine Sippung besuchen, so heißt das Treffen in der Winterung von Oktober bis April, meist wöchentlich, mancherorts alle 14 Tage, und in Ruhe schauen, ob die Leute zu dir passen. Es ist eine Möglichkeit unter vielen. Aber eine mit festem Termin.
Selbst erleben: Gastabend in deiner Nähe finden
Häufige Fragen
Kann ich auch als Paar Gleichgesinnte finden?
Ja, zum Beispiel in Tanzkursen, Kochkursen oder Wandergruppen, die Paare ansprechen. Für eigene Freundschaften lohnt sich trotzdem eine Runde, in die jeder für sich geht.
Was mache ich, wenn ich eher schüchtern bin?
Wähle eine Runde mit einer gemeinsamen Tätigkeit, bei der man nicht ständig reden muss, etwa Wandern oder Werken. Das Gespräch entsteht dann nebenbei.
Wie spreche ich nach einem Treffen jemanden an?
Am einfachsten mit einem konkreten Vorschlag: „Ich gehe nächste Woche wieder hin, kommst du auch?“ Das ist unverbindlich und trotzdem eine Einladung.
Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am
