Alte Schulfreunde wiederfinden: Wie klappt das?
Kurz gesagt
Schulfreunde finden klappt am besten mit einer Namensliste und mehreren Wegen zugleich: Klassenfoto heraussuchen, Namen notieren, dann in sozialen Netzwerken, über die Schule oder ihren Förderverein suchen. Oft genügt ein einziger gefundener Mitschüler, denn einer kennt meist ein paar andere. Die erste Nachricht sollte kurz sein und einen konkreten Anlass nennen.
Wo fange ich an, wenn ich alte Schulfreunde finden will?
Auf dem Dachboden. Such das Klassenfoto, die Abizeitung oder das alte Poesiealbum heraus und schreib jeden Namen auf, an den du dich erinnerst, mit allem, was du noch weißt, vom Spitznamen über den Wohnort der Eltern bis zum Ausbildungsberuf. Diese Liste ist dein wichtigstes Werkzeug. Viele Namen sind nach 25 Jahren erstaunlich präsent, andere kommen erst zurück, wenn du das Foto eine Weile anschaust.
Denk dabei an Namensänderungen. Viele Frauen aus deiner Klasse und auch mancher Mann heißen nach der Hochzeit anders, und wer nur nach dem alten Nachnamen sucht, findet sie nicht, so gut er auch sucht. Vorname, Gesicht und Heimatort zusammen helfen dann weiter.
Unterschätze auch den kurzen Draht in die alte Heimat nicht. Die Eltern mancher Mitschüler wohnen noch im selben Ort, der Bäcker kennt die halbe Straße, und ein Anruf bei der eigenen Mutter fördert manchmal erstaunliche Neuigkeiten über den alten Banknachbarn zutage. Mütter wissen so etwas.

Wie finde ich alte Klassenkameraden im Internet?
Über mehrere Wege, denn keiner deckt alle ab. Soziale Netzwerke wie Facebook haben oft Gruppen für einzelne Schulen oder Jahrgänge, berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder Xing zeigen, wer wo arbeitet, und Plattformen wie StayFriends sind eigens für ehemalige Mitschüler gedacht, wobei manche Funktionen dort Geld kosten. Eine einfache Suche nach Vorname, Nachname und Heimatort bringt manchmal schon einen Treffer. Probier es aus.
Ein Weg, an den kaum jemand denkt, ist die Schule selbst. Viele Schulen haben einen Förderverein oder ein Ehemaligennetz, und manche leiten auf Bitte eine Nachricht weiter oder machen einen Aushang, wenn ein Jahrgang ein Treffen plant und noch nach verschollenen Mitschülern sucht. Adressen herausgeben darf die Schule aus Datenschutzgründen nicht einfach. Frag trotzdem im Sekretariat nach.
Kennst du Namen und frühere Anschrift, bleibt die einfache Melderegisterauskunft beim Einwohnermeldeamt, gegen eine Gebühr und nur, wenn keine Auskunftssperre eingetragen ist. Das ist der förmlichste Weg. Er passt eher zu dem einen Freund, der dir wirklich wichtig war, als zur ganzen Klasse, und er setzt voraus, dass du ein Nein oder ein Schweigen ohne Murren respektierst.
Was schreibe ich in die erste Nachricht?
Etwas Kurzes mit Anlass. Niemand will nach 20 Jahren einen Roman lesen, und niemand will das Gefühl haben, er müsse sich jetzt für sein halbes Leben rechtfertigen, nur weil ein alter Banknachbar sich meldet. Ein Beispiel: „Hallo Micha, hier ist Stefan aus der 10b, der mit dem roten Mofa. Ich hab beim Aufräumen unser Klassenfoto gefunden und an dich gedacht. Wie geht's dir?“
Rechne damit, dass nicht jeder antwortet. Manche lesen ihre Nachrichten selten, andere haben mit der Schulzeit abgeschlossen, und das darfst du respektieren, ohne nachzuhaken. Wer antwortet, freut sich dafür oft umso mehr, und häufig kennt er noch ein paar andere aus der Klasse, die ebenfalls gern wieder dabei wären, aber nie den ersten Schritt gemacht haben.
Wie wird aus dem Wiedersehen wieder Freundschaft?
Ein Wiedersehen ist schnell organisiert. Schwieriger ist der Schritt danach, denn alte Vertrautheit ersetzt nicht die gemeinsame Zeit, die eine Freundschaft im Alltag trägt. Der Kommunikationsforscher Jeffrey Hall hat 2018 beschrieben, dass aus Bekannten erst nach rund 50 gemeinsamen Stunden lockere Freunde werden und nach über 200 Stunden enge. Ob alte Schulfreunde schneller wieder dorthin kommen, sagt die Studie nicht, aber ein regelmäßiger Termin hilft sicher mehr als das Versprechen, sich „bald mal“ zu melden.
Ein jährliches Treffen am Freitag vor dem Stadtfest, ein gemeinsamer Stammtisch alle zwei Monate oder eine Gruppe, die zusammen zum Heimspiel fährt: Was zählt, ist die Wiederholung. Der Rest kommt von allein.
Eine neue Runde, wie früher auf dem Schulhof
Manchmal merkt man beim Suchen etwas anderes. Es fehlt gar nicht der eine Schulfreund, sondern eine feste Runde, wie es sie früher auf dem Schulhof gab, und die lässt sich auch mit neuen Leuten finden. Eine Möglichkeit ist die Schlaraffia, ein Männerbund für Kunst, Freundschaft und Humor, gegründet 1859 in Prag. Ihre Ortsvereine, die Reyche, treffen sich in der Winterung von Oktober bis April meist wöchentlich, an manchen Orten alle 14 Tage, zur Sippung, und dort wird gereimt, gesungen und viel gelacht.
Gäste heißen dort Pilger und sind willkommen. Vielleicht fragst du den wiedergefundenen Schulfreund gleich, ob er mitkommt, denn ein gemeinsamer Abend mit viel Gelächter ist eine ziemlich gute Gelegenheit, die nächsten von Halls 50 Stunden zu sammeln.
Selbst erleben: Gastabend in deiner Nähe finden
Häufige Fragen
Wie organisiere ich ein Klassentreffen?
Mit einem kleinen Team aus zwei oder drei Leuten, einer gemeinsamen Namensliste und einem Termin, der rechtzeitig feststeht. Ein Lokal mit Nebenraum genügt meist völlig.
Darf ich Kontaktdaten von Mitschülern an andere weitergeben?
Besser nicht ohne Einverständnis. Frag jeden Einzelnen, bevor du Telefonnummer oder Adresse teilst, und lade ihn lieber selbst in die Gruppe ein.
Wie finde ich Freunde aus der Grundschule wieder?
Das ist schwieriger, weil Namen und Gesichter weiter zurückliegen. Hilfreich sind lokale Gruppen in sozialen Netzwerken und alte Klassenfotos, auf denen oft Schuljahr und Lehrer vermerkt sind.
Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am
