Was kann man abends unternehmen, außer Fernsehen?

4 Minuten Lesezeit ·

Kurz gesagt

Was kann man abends machen außer Fernsehen? Mehr, als die Couch einem einreden will: Kneipenquiz, Chorprobe, Werkstattabend, Lesung, Science Slam, Spieleabend oder ein Spaziergang mit einem alten Freund. Entscheidend ist weniger die Idee als der feste Termin, denn wer sich nur vornimmt, „mal was zu machen“, landet am Ende doch vor dem Bildschirm.

Warum landen wir abends immer wieder vor dem Fernseher?

Weil es der Weg des geringsten Widerstands ist. Nach einem langen Arbeitstag, dem Abendessen und dem Kampf ums Zähneputzen der Kinder ist es halb neun, und die Fernbedienung liegt einfach näher als die Jacke. Niemand muss sich dafür entscheiden. Man sitzt nur plötzlich da.

Das Problem ist nicht das Fernsehen an sich. Das Problem ist, dass aus dem einen Abend fünf werden und man am Sonntag nicht mehr weiß, was man eigentlich gesehen hat.

Viele erleben, dass ein Abend vor dem Bildschirm zwar bequem ist, aber selten erholt. Man ist müde, bleibt trotzdem bis halb zwölf sitzen und ärgert sich am nächsten Morgen. Ein Abend mit anderen Menschen kostet mehr Überwindung und gibt meistens deutlich mehr zurück, weil man mit anderen lacht und den Kopf auf andere Gedanken bringt.

Was kann man abends machen, ohne das Haus zu verlassen?

Einiges, und zwar ohne großen Aufwand:

  • Einen Spieleabend mit Nachbarn oder Freunden, ein Brettspiel reicht völlig.
  • Ein Instrument aus dem Keller holen und zwanzig Minuten üben.
  • Etwas reparieren, kochen, räuchern oder bauen, was du schon lange vorhattest.
  • Ein Buch lesen, das nicht mit Arbeit zu tun hat, oder selbst etwas schreiben.

Der Haken bei allem, was zu Hause stattfindet: Es lässt sich bequem verschieben. Wer die Nachbarn für Donnerstag einlädt, hat einen Grund, das Sofa nicht anzurühren. Noch besser wird es, wenn daraus eine Reihe wird. Jeder erste Donnerstag im Monat ist Spieleabend, abwechselnd bei euch und bei den Nachbarn, und plötzlich habt ihr eine Tradition, ohne dass jemand sie beschlossen hätte.

Ideen für unterwegs: allein, zu zweit oder mit Freunden

Draußen ist die Auswahl größer, als viele denken. In vielen Städten gibt es Kneipenquiz, bei denen man als Team gegen andere Tische antritt, und Lesungen in Buchhandlungen, die oft wenig kosten. Science Slams und Vortragsabende verbinden Wissen mit Unterhaltung. Chöre, Theatergruppen und Werkstätten proben fast immer abends, weil ihre Mitglieder tagsüber arbeiten.

Für Paare lohnt sich ein fester Abend im Monat, der nicht Essen gehen heißt: Konzert, Tanzkurs, Abendwanderung mit Stirnlampe oder ein Kinobesuch mit anschließendem Streit über das Ende. Mit Freunden funktionieren feste Runden am besten, etwa der erste Freitag im Monat, ohne dass jedes Mal neu abgestimmt werden muss. Wer die Planung nicht jedes Mal in der WhatsApp-Gruppe ausdiskutiert, sondern einfach einen Ort und eine Uhrzeit festlegt, hat schon gewonnen. Mehr Organisation braucht es selten.

Wie bleibe ich dran, statt nur Pläne zu machen?

Mit einem festen Wochentag. „Dienstags ist Chor“ hält, „wenn ich mal Zeit habe“ hält nie. Ein Termin, der jede Woche gleich ist, wird nach ein paar Wochen zur Gewohnheit und muss zu Hause nicht jedes Mal neu verhandelt werden.

Der zweite Trick sind andere Menschen. Wer weiß, dass am Donnerstag drei Leute auf ihn warten, bleibt seltener zu Hause, auch wenn es draußen nieselt und die Couch lockt. Und wer einmal angefangen hat, merkt schnell, dass man nach so einem Abend wacher ins Bett geht als nach dem dritten Krimi. Fang klein an. Ein einziger Abend pro Woche reicht, die anderen sechs darf der Fernseher gern behalten.

Ein Abend mit Rittern, Reimen und viel Gelächter

Eine eher ungewöhnliche Möglichkeit ist die Schlaraffia, ein Männerbund, der 1859 in Prag gegründet wurde und heute in etwa 250 Reychen weltweit zusammenkommt. Ein Reych ist der Ortsverein, die Treffen heißen Sippungen und finden von Oktober bis April meist einmal pro Woche statt, an manchen Orten alle 14 Tage. Dort parodiert man augenzwinkernd ein mittelalterliches Ritterwesen, hört Gedichte und Reden, singt und lacht, und Politik, Religion und Geschäfte bleiben draußen.

Ob das dein Ding ist, weißt du erst, wenn du dabei warst. Gäste heißen dort Pilger und sind ausdrücklich willkommen, ohne dass sie etwas vortragen müssen. Wer will, schreibt ein Reych in seiner Nähe an und fragt, wann der nächste Abend ist.

Selbst erleben: Gastabend in deiner Nähe finden

Häufige Fragen

Was kann man abends allein unternehmen?

Konzerte, Lesungen, Vorträge und Kurse eignen sich gut für allein, weil dort niemand eine Begleitung erwartet. Chöre und Vereine sind oft sogar leichter allein zu betreten, weil man ohnehin mit den Leuten vor Ort ins Gespräch kommt.

Was kann man am Freitagabend machen, wenn man müde ist?

Etwas Ruhiges mit anderen: ein Spieleabend, ein kurzer Spaziergang mit anschließendem Bier oder ein Kneipenquiz. Müde Abende vertragen kein großes Programm, aber Gesellschaft.

Was kann man abends mit Freunden draußen machen?

Grillen, Boule spielen, eine Nachtwanderung, ein Open-Air-Kino oder ein Biergarten mit Brettspiel. Im Winter funktionieren Feuerschale und Glühwein im Garten erstaunlich gut.

Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am

Kennst du jemanden, der diese Frage hat?

WhatsApp Telegram Facebook X Bluesky LinkedIn E-Mail

Manche Antworten erlebt man am besten gemeinsam.

Entdecke die Schlaraffia.

Menschen in deiner Nähe finden