Ehrenamt finden: Was passt zu mir?

2 Minuten Lesezeit ·

Kurz gesagt

Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt. Von Sportjugend bis Kulturarbeit gibt es hunderte Möglichkeiten. Der Schlüssel: etwas finden, das zum Alltag passt.

Ehrenamt ist mehr als Kuchenverkauf

Wenn du an Ehrenamt denkst, hast du vielleicht Bilder im Kopf: Suppenkücke, Altenheim, Kröten über die Straße tragen. Das gibt es alles, und es ist wichtig. Aber ehrenamtliches Engagement ist viel breiter, als die meisten ahnen.

Allein in Deutschland sind laut dem Freiwilligensurvey der Bundesregierung rund 29 Millionen Menschen ehrenamtlich aktiv. Das ist fast jeder Dritte. Die Bandbreite reicht von klassischer Vereinsarbeit über Mentoring-Programme und Vorstandstätigkeiten bis hin zu kulturellen Projekten, Denkmalpflege oder der freiwilligen Feuerwehr.

Welche Formen gibt es?

Die gängigsten Bereiche, in denen du dich engagieren kannst:

  • Sport und Bewegung: Trainer, Schiedsrichter, Vereinsvorstand - hier wird am häufigsten ehrenamtlich gearbeitet.
  • Soziales: Besuchsdienste, Tafeln, Flüchtlingshilfe, Telefonseelsorge.
  • Kultur und Bildung: Museumsführungen, Bibliotheksarbeit, Theaterprojekte, Brauchtumspflege in Vereinen.
  • Umwelt und Natur: NABU, BUND, lokale Naturschutzgruppen, Baumpflanzaktionen.
  • Mentoring und Bildung: Lesepaten, Nachhilfe, Begleitung von Jugendlichen beim Berufseinstieg.
  • Rettung und Katastrophenschutz: THW, freiwillige Feuerwehr, DRK, DLRG.

Entscheidend ist, dass du etwas findest, das zu deinen Stärken und Interessen passt - nicht zu dem, was gerade gebraucht wird. Sonst hältst du nicht durch.

Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Die ehrliche Antwort: Das hängt davon ab, was du wählst. Eine Vorstandstätigkeit im Sportverein kann zehn Stunden pro Woche verschlingen. Ein Besuchsdienst im Seniorenheim dagegen zwei Stunden alle 14 Tage.

Faustregel: Fang klein an. Lieber einmal im Monat verlässlich dabei sein als dreimal pro Woche anfangen und nach sechs Wochen aufhören. Viele Organisationen bieten Schnuppertage oder Probezeiten an. Nutze das.

Gute Anlaufstellen sind die kommunalen Freiwilligenagenturen - die gibt es in den meisten Städten und Landkreisen. Dort berät dich jemand persönlich und kennt die lokalen Möglichkeiten. Online hilft die Plattform vostel.de oder die Ehrenamtssuche beim Deutschen Engagementnetz.

Ehrenamt als Männersache

Es gibt ein Muster: Männer engagieren sich häufiger in Vereinen und in Führungsrollen, Frauen häufiger im sozialen und kirchlichen Bereich. Das ist statistisch belegt, aber kein Naturgesetz. Wenn du Lust auf etwas Neues hast, probier ruhig etwas aus, das nicht dem Klischee entspricht.

Was Männer am Ehrenamt am meisten schätzen, zeigt die Forschung ziemlich eindeutig: die Gemeinschaft. Etwas gemeinsam tun, das über den eigenen Vorteil hinausgeht - das schafft eine Verbindung, die sich von Arbeitsbeziehungen grundlegend unterscheidet.

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Häufige Fragen

Muss ich mich langfristig binden?

Nein. Viele Organisationen bieten projektbezogene Einsätze an, die nach ein paar Wochen enden. Du musst nicht gleich einen Vorstandsposten übernehmen.

Kann ich ein Ehrenamt steuerlich absetzen?

Ja, teilweise. Die Ehrenamtspauschale liegt bei 840 Euro im Jahr (Stand 2025). Fahrtkosten und Auslagen kannst du oft zusätzlich geltend machen. Dein Steuerberater oder das Finanzamt geben dir Auskunft.

Was, wenn ich merke, dass es nichts für mich ist?

Dann hörst du auf. Ehrenamt ist freiwillig - das steckt schon im Wort. Sag ehrlich Bescheid, damit die Organisation planen kann, und such dir etwas anderes.

Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am

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