Was ist eine Männergruppe?

4 Minuten Lesezeit ·

Kurz gesagt

Eine Männergruppe ist eine feste Runde von Männern, die sich regelmäßig trifft, um über ihr Leben zu sprechen oder gemeinsam etwas zu tun. Manche Männergruppen arbeiten mit Leitung und Gesprächsregeln, andere sind lose Treffen ohne Programm. Gemeinsam ist ihnen meist ein geschützter Rahmen: Was gesagt wird, bleibt in der Runde.

Was macht man in einer Männergruppe?

Das hängt stark von der Gruppe ab. In vielen Männergruppen sitzt eine überschaubare Runde im Kreis, einmal pro Woche oder alle zwei Wochen, und jeder erzählt, was ihn gerade beschäftigt: der Job, die Ehe, der Vater, der alt wird, oder die Frage, wie es mit 45 eigentlich weitergehen soll. Die anderen hören zu. Ratschläge gibt es nur, wenn jemand danach fragt.

Typisch sind ein paar einfache Regeln. Jeder spricht für sich, in der Ich-Form, und niemand wird unterbrochen. Was in der Runde gesagt wird, bleibt dort, auch wenn man sich später zufällig beim Bäcker trifft. Viele Gruppen beginnen mit einer kurzen Runde, in der jeder in wenigen Sätzen sagt, wie er heute ankommt, und erst danach geht es um die Themen, die jemand mitgebracht hat.

Das klingt ungewohnt. Wer zum ersten Mal in so einer Runde sitzt, merkt oft erst nach einer halben Stunde, wie selten er sonst über solche Dinge spricht, weder mit dem Kollegen noch mit dem Kumpel beim Bier.

Welche Arten von Männergruppen gibt es?

Grob lassen sich ein paar Formen unterscheiden:

  • Gesprächsgruppen mit Leitung, angeboten etwa von Beratungsstellen, Familienbildungsstätten oder der Männerarbeit der Kirchen.
  • Selbstorganisierte Männerkreise, die sich ohne Profi treffen und eigene Regeln vereinbaren.
  • Themengruppen, etwa für getrennte Väter oder für Männer in einer bestimmten Lebensphase.
  • Runden, die vor allem etwas zusammen tun, vom Wandern bis zum Werken, und bei denen das Gespräch nebenher läuft.

Die Grenzen sind fließend. Eine Gruppe, die als Wanderrunde begonnen hat, kann nach ein paar Jahren die Runde sein, in der einer zum ersten Mal von seiner Trennung erzählt, und zwar nicht, weil es auf der Tagesordnung stand.

Ist eine Männergruppe eine Therapie?

In der Regel nicht. Eine Männergruppe ersetzt keine Behandlung, auch wenn manche Gruppen von ausgebildeten Fachleuten begleitet werden. Wer über Wochen niedergeschlagen ist, schlecht schläft oder keinen Ausweg sieht, spricht am besten zuerst mit dem Hausarzt, der weitere Hilfe vermitteln kann, wenn sie nötig ist. Die Gruppe kann danach ein guter zusätzlicher Halt sein.

Rund um die Uhr erreichbar ist die TelefonSeelsorge, kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, auch per Chat. Der Anruf bleibt anonym. Ein Anruf dort kostet keine Überwindung vor einer ganzen Runde, sondern nur ein paar Minuten, und am anderen Ende sitzt jemand, der zuhört und Zeit hat.

Wie finde ich eine Männergruppe in meiner Nähe?

Gute erste Anlaufstellen sind Familienberatungsstellen, Volkshochschulen und die Männerarbeit der evangelischen und katholischen Kirche, die in vielen Regionen Gruppen anbietet oder dir passende Angebote in der Nähe vermittelt. Auch das Bundesforum Männer, ein Dachverband für Jungen-, Männer- und Väterarbeit, hilft bei der Orientierung. Frag beim ersten Kontakt ruhig nach, wie die Gruppe arbeitet und ob du einmal unverbindlich dazukommen kannst, bevor du dich für mehrere Abende festlegst. Ein Satz, der fast immer funktioniert: „Ich möchte mir das erst mal anschauen.“ Das versteht jeder.

Wenn sich nichts findet, kannst du auch selbst eine Runde anstoßen. Zwei oder drei Männer aus dem Bekanntenkreis und ein fester Abend im Monat reichen für den Anfang. Mehr braucht es nicht. Wichtig ist, dass alle die Regeln kennen und niemand die Runde als Bühne für Ratschläge missversteht, denn sonst sitzt man bald wieder allein mit seinen Gedanken.

Ist die Schlaraffia auch eine Männergruppe?

Ja und nein. Die Schlaraffia ist ein Männerbund, gegründet 1859 in Prag, und trifft sich in der Winterung, von Oktober bis April, meist wöchentlich, an manchen Orten alle 14 Tage, zur Sippung. Sie ist aber keine Gesprächsgruppe über Probleme, sondern eine Runde für Kunst und Humor: Man hört Gedichte, Musik oder kleine Reden, die Fechsungen heißen, und lacht viel. Politik, Religion und Geschäfte bleiben draußen.

Wer eine Männerrunde sucht, in der es leichter zugeht, kann als Pilger, also als Gast, einen Abend besuchen. Lachen ist dort Programm, ganz nach dem alten Satz, dass Humor die beste Medizin ist. Für ernste Gespräche über das eigene Leben, über Ehe, Job und Zweifel, bleibt eine echte Männergruppe trotzdem die bessere Adresse, und beides schließt sich nicht aus.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Männergruppe?

Selbstorganisierte Männerkreise sind oft kostenlos oder verlangen nur einen kleinen Beitrag für den Raum. Geleitete Gruppen kosten meist eine Gebühr, die je nach Anbieter sehr unterschiedlich ausfällt.

Muss ich in der Gruppe etwas Persönliches erzählen?

Nein. In den meisten Gruppen darfst du auch einfach zuhören, bis du dich wohlfühlst.

Gibt es Männergruppen auch online?

Ja, manche Gruppen treffen sich per Video, was bei langen Arbeitstagen oder auf dem Land praktisch sein kann. Ein persönliches Treffen ersetzt das aber nur zum Teil.

Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am

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