Rede zur Konfirmation als Vater oder Pate: Wie gelingt sie?

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Kurz gesagt

Eine Rede zur Konfirmation darf lustig sein, solange sie den Glauben nicht ins Lächerliche zieht. Als Vater oder Pate erzählst du eine Geschichte aus der Kindheit, würdigst die Zeit im Konfirmandenunterricht mit einem Augenzwinkern und schließt mit einem persönlichen Wunsch. Drei bis vier Minuten reichen, die Predigt hat am Vormittag schon jemand anderes gehalten.

Was feiert man bei der Konfirmation eigentlich?

Die Konfirmation ist eine Feier der evangelischen Kirche, meist im Alter von etwa 14 Jahren. Die Jugendlichen bestätigen ihre Taufe, sagen also bewusst selbst Ja zu dem, was Eltern und Paten damals am Taufbecken für sie entschieden haben, als sie selbst noch nicht einmal den eigenen Namen kannten. Gleichzeitig endet der Konfirmandenunterricht. Gefeiert wird meist im Frühjahr, je nach Region rund um Ostern oder bis Pfingsten. Danach wird gegessen.

Für deine Rede heißt das: Der Anlass hat einen ernsten Kern, auch wenn sich der Konfirmand im Moment vor allem fragt, wann endlich die Umschläge geöffnet werden. Dein Humor darf das Drumherum aufs Korn nehmen. Den Kern lässt du stehen.

Rede zur Konfirmation lustig halten: Wo liegt die Grenze?

Gut funktionieren die Dinge, die jeder Konfirmand erlebt hat: das frühe Aufstehen am Sonntag, die Konfirmandenfreizeit mit zu wenig Schlaf, der Unterricht, der ausgerechnet zur Zeit des Fußballtrainings lag. Den Glauben selbst lässt du aus. Auch der Pfarrer ist keine Zielscheibe, zumal er manchmal mit am Tisch sitzt und noch beim Nachtisch freundlich nicken muss.

Viele Jugendliche haben mit 14 noch nicht entschieden, was sie glauben. Das ist ihr gutes Recht. Deshalb predigst du nicht, und du spottest auch nicht, sondern du nimmst dein Kind so, wie es heute ist, mit allen Fragen, die es vielleicht nur im Konfirmandenunterricht laut gestellt hat. Der Satz „Die Predigt hatte heute schon der Pfarrer“ ist dabei ein dankbarer Lacher, der genau diese Haltung zeigt.

Was sagt der Pate anders als der Vater?

Der Pate hat bei der Taufe versprochen, dieses Kind zu begleiten. Das ist sein Stoff, auch wenn er die Rolle in den Jahren dazwischen mal besser und mal schlechter ausgefüllt hat, je nachdem, wie weit er weggezogen ist und wie voll sein Kalender war. Gerade die Selbstironie macht ihn sympathisch. Wer offen zugibt, dass von vierzehn Geburtstagskarten nur drei pünktlich ankamen, hat den Saal auf seiner Seite und darf danach ernst werden.

Der Vater spricht näher am Alltag. Er kennt das Zimmer, die Ausreden und die Lieblingsgerichte, und er bedankt sich am Ende im Namen der Familie bei den Gästen, die zum Teil weite Wege auf sich genommen haben, um an diesem Sonntag dabei zu sein. Sprecht euch ab. Sonst erzählen zwei Männer nacheinander dieselbe Geschichte von der Taufe, bei der das Baby den ganzen Gottesdienst durchgeschrien hat.

Wie baue ich die Konfirmationsrede auf?

Im Einstieg holst du die Gäste mit einem Bild ab, im Mittelteil folgen eine Geschichte von früher und eine von heute, und zum Schluss kommt ein Wunsch, der zu diesem Kind passt. Hat dein Kind einen Konfirmationsspruch gewählt, greif ihn auf. Sag in einem Satz, warum er zu ihm passt, und leg ihn nicht aus. Das hat im Gottesdienst schon jemand getan.

Drei Beispielsätze zum Anpassen:

  • Beispiel für den Einstieg als Pate: „Vor 14 Jahren habe ich am Taufbecken versprochen, dich zu begleiten. Ich habe nicht geahnt, dass das heißt: zu jedem Fußballspiel bei Nieselregen.“
  • Beispiel für den Mittelteil als Vater: „Zwei Jahre lang bist du jeden Dienstag zum Konfirmandenunterricht geradelt. Was dort besprochen wurde, weiß ich nicht, aber du kamst jedes Mal hungriger zurück.“
  • Beispiel für den Schluss: „Ob du deinen Glauben findest, behältst oder neu sortierst, ist deine Sache. Dass wir dich dabei begleiten, ist unsere.“

Wo übt man so etwas, bevor es ernst wird?

Wer nur zu Taufen, Konfirmationen und runden Geburtstagen spricht, hat zwischen zwei Reden oft Jahre Pause. Das ist wenig Übung. Üben kannst du vor der Familie, in einem Redeclub oder in der Schlaraffia, einem Männerbund für Kunst, Freundschaft und Humor, der 1859 in Prag gegründet wurde. Politik, Religion und Geschäfte bleiben dort draußen, und so lernt man ganz nebenbei, über vieles zu lachen, ohne jemandem auf den Glauben zu treten.

Die Ortsvereine heißen Reyche und treffen sich in der Winterung, von Oktober bis April, meist wöchentlich oder alle 14 Tage zur Sippung. Wer mag, trägt eine Fechsung vor, so heißt der eigene Beitrag, und bei Gefallen ruft der Saal „Lulu!“, auch wenn die Pointe einmal nicht ganz dort landet, wo sie hin sollte. Als Pilger, also als Gast, darfst du dir das in Ruhe anschauen. Zuhören ist erlaubt.

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Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Rede zur Konfirmation sein?

Drei bis vier Minuten. Mit Gottesdienst, Fotos und Essen hat der Tag schon genug Programm.

Darf ich in der Konfirmationsrede ein Gebet sprechen?

Ja, wenn es zu dir und zur Familie passt. Ein schlichter Segenswunsch am Schluss wirkt ehrlicher als fromme Worte, die du sonst nie sagst.

Was sage ich als Patentante oder Pate, wenn ich das Kind selten sehe?

Frag die Eltern nach zwei kleinen Episoden und erzähl, was du bei euren Treffen selbst beobachtet hast. Ein ehrlicher Satz wie „Ich war nicht oft da, aber ich habe immer zugeschaut“ wirkt besser als erfundene Nähe.

Antwort von Volker Roeber (Ritter Un-Bequem), Schlaraffia Eisenach · Veröffentlicht am

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